DIE GEISTLICHE SPRACHE ÜBER DIE „WELT“ IN DEN SCHRIFTEN VON ILDEPHONS SCHOBER

Christoph Paar

Abstrakt


Die Welt ist „die Gesamtheit des Bösen“. Mit diesen Worten charakterisiert Ildephons Schober (1. Abt von Seckau und 3. Erzabt Beurons) die Welt und faltet vor diesem Hintergrund den Sendungsauftrag des Mönchtums aus. Das Verhältnis zur Welt zeigt sich bei Schober in einem dreidimensionalen Koordinatensystem,
das in der vertikalen Dimension eine Distanzierung zur Welt fordert,
in der Horizontalen einen aktiven Kampf gegen diese verlangt und sich dabei stets als dritte Dimension dem Erbe der Vorgänger verpflichtet weiß. In diesem Verständnis steht auch heute jedes Kloster vor einer enormen Herausforderung, eine ausgewogene Verhältnisbestimmung zu allen drei Dimensionen zu finden. Das Leben von Ildephons Schober kann hier Richtschnur und Auftrag sein, dieses „spirituelle Koordinatensystem“ im richtigen Maß konkret werden zu lassen.
Doch wer war Ildephons Schober? Geboren am 23.02.1849 (als Friedrich) in Pfullendorf, trat er mit 21 Jahren in die Benediktinerabtei Beuron ein. Durch den Die geistliche Sprache über die „Welt“ in den Schriften von Ildephons Schober Kulturkampf 1875 zunächst ins Exil nach Volders und Prag geflohen, wurde Schober im Jahr 1887 zum ersten Abt von Seckau postuliert und offenbarte sich dort als brillanter materieller sowie geistlicher Bauherr. 1895 zum Visitator der portugiesischen Klöster sowie 1896 zum Generalsuperior der gerade entstehenden Missionsbenediktiner von St. Ottilien ernannt, wirkte Schober neben seinen Tätigkeiten für Stadt und Land auch äußerst segensreich über das eigene Kloster hinaus. 1908 zum dritten Erzabt Beurons gewählt, wurde ihm bis zu seinem Tod am 28.02.1918 schließlich auch das Erbe der Gründerväter Maurus und Placidus
Wolter anvertraut, mit denen er gemeinsam zu den drei Erzvätern der Beuroner Kongregation gerechnet werden kann.